August28
Völlig unvorbereitet und von meinem Mitstreiter zur Teilnahme überredet, sind wir am späten Nachmittag Richtung Kärnten gefahren. Der Volvo 720 von Ferdinand Müller* aus den 80iger Jahren gibt nicht viel an Geschwindigkeit her, dafür ist er komfortabel und vor allem hat er viel Stauraum.
Wettertechnisch schaut es wenig verheißungsvoll aus: es schüttet in Strömen und irgendwie is mir kalt.
Ferdinand:

Angekommen in Faak am See mussten wir uns eine Pension suchen, da wir uns vorab natürlich nicht um eine Unterkunft gekümmert haben. Etwa 300 Meter vom Start des Triathlons entfernt haben wir eine ganz nette kleine Pension gefunden (den Namen weiss ich leider nicht mehr). Kaum eingecheckt sind wir zum aufgebauten Zeltfest um uns ein Bier und Volksmusik vom Feinsten zu gönnen. Die haben alle möglichen Schmankerl, wie zB den Zillertaler Hochzeitsmarsch und ähnliches auf Lager gehabt. Den Altersdurchschnitt konnten wir ziemlich drücken – tat der Stimmung aber keinen Abbruch.
Das Fest war leider bald vorbei und wir wollten unser Stimmungshoch natürlich ausnutzen und sind in die nächste Bar: „Ilse“ weitergezogen um noch ein Bier zu trinken. Nach der Ilse dann noch auf 2 weitere Bierchen in eine namenlose Bar. Um 3:00 war dann heilige Bettruhe angesagt – immerhin mussten wir ja um 07:30 aufstehen weil ein Triathlon angesagt war (wir Hornochsen).
Um etwa 07:30 läutete der Wecker und ich bereute überhaupt am Leben zu sein. Mit mega Kopfschmerzen und spei-übel hab ich gerade mal eine Wurstsemmel zum Frühstück runtergebracht.
Die Veranstaltung selbst war großartig. Ein großes Starterfeld mit zum Teil bekannten Gesichtern vom Vienna City Triathlon und vielen (seeehr vielen) Italienern und Slowenen – ich glaube insgesamt waren es ca. 1300 Starter.
Von der Zeit her war es schon ein wenig knapp für uns aber 2 Minuten vor dem Ende der Startnummernausgabe haben auch wir es geschafft unsere Startnummern zu ergattern (164 für Ferdinand und die 167 für mich). Wettkampfbesprechung, Wechselzonen abchecken, rein in den Neopren und um 11:10 gings dann für mich ins kalte Nass.
Ich hab mir erhofft, dass nach dem Schwimmen der Alkoholdusel zumindest ein wenig weggeht, aber dem war leider nicht so. Zumindest bin ich nicht untergegangen.

Dann über so einen komischen Übergang mit Stiegen zur Wechselzone und aufs Rad. Nach den ersten 3 Anstiegen hab ich den Triathlon Sport verflucht und mir geschworen nach der 1. Runde vom Rad zu steigen (es waren 4). Irgendwas hat mich dazu bewogen doch weiterzumachen. Das klassische runterzählen hat im Hirn angefangen: „Na wenn ich die Runde schaffe, dann geht noch eine und dann sinds nur mehr…“. Ach ja – Windschattenfahren: große Sache bei so einem Triathlon, obwohls verboten ist. Die italienischen Gruppen und Rudelbildungen auf der Radstrecke waren auch immer wieder faszinierend.
Vom Rad auf eine recht angenehme Laufstrecke: 70% davon im Wald, fern von Leuten. Das war schön, obwohl es natürlich immer weniger schön ist wenn man von einigen Rössern überholt wird. Nichts desto trotz: mit immer noch anhaltendem Übelkeitsgefühl und Kopfschmerzen war ich dann nach 2:50:03 im Ziel. Ich weiss, keine weltmeisterliche Leistung, aber immerhin schneller als meine erste OD auf der Donauinsel (die ja vom Fahrradfahren ein wenig leichter ist).

Ferdinand war dann um 3:13 im Ziel und wollt mal wieder 20 Minuten lang kein Wort mit mir reden, weil er so fertig war.
Fazit: eine wirklich gut organisierte Veranstaltung mit Flair und sehr schönen Ausblicken auf der Radstrecke. By the way: Sachpreise hat es auch Unmengen gegeben. Ferdinand und ich sind leider leer ausgegangen. Das nächste Mal dann!
[* Name von der Redaktion geändert]